Jeden 1. Montag im Monat                         

18.00 Uhr – 19.15 Uhr

Kreuzeskirche Marxloh

Seit 1987 fanden Gottesdienste im Zusammenhang mit Arbeitskämpfen bei Kohle und Stahl in der Region Duisburg/Niederrhein statt.

Daraus entstand der Gedanke, über solche konkreten Anlässe hinaus regelmäßige Gottesdienste zu veranstalten.

Sie sollen der gemeinsamen Suche nach Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung dienen.

1996 wurde das erste Politische Nachtgebet in der Markuskirche (Duisburg-Ostacker) veranstaltet. Nun ist an die Kreuzeskirche gewechselt und startete dort am 07. September. 

Das Politische Nachtgebet greift aktuelle gesellschaftspolitische Themen, meist mit lokalem Bezug, auf.

Es ist ein Ort für Diskussion und Gebet, für das Hören auf die biblische Botschaft und die Ermutigung zum gemeinsamen Handeln.

Zum Trägerkreis des Politischen Nachtgebets gehören neben IG Metall, Betriebsrat und IG Metall Vertrauenskörperleitung ThyssenKrupp Steel Hamborn/Beeckerwerth und ArcelorMittal Ruhrort GmbH, IG Metall Vertrauenskörper Eisenbahn und Häfen, Katholischer Arbeitnehmerbewegung (KAB), Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (KDA) nun auch die Evangelische Bonhoeffer Gemeinde Marxloh-Obermarxloh.

Die Geschichte des Politischen Nachtgebets an der Markuskirche Duisburg-Ostacker finden Sie hier.

Themen:

September 2009  "Nicht meckern, sondern anpacken!"    Bürgerverantwortung für den Stadtteil
Oktober 2009"Wo die anderen schöner schoppen..."
Beschäftigte bei Karstadt über ihre Ängste
November 2009"Arbeit muss sich wieder lohnen, aber für wen?"
Der Kampf um den Mindestlohn
Dezember 2009"Chancenlos und ausgegrenzt?"
Der Skandal Kinderarmut
Januar 2010"Gute Zeiten, schlechte Zeiten"
Ausblicke 2010
Februar 2010"ARGEs Ende"
Neuanfang für Arbeitssuchende? 
März 2010"Unser DU ist ein WIR!"
Vom Wert des Miteinanderlebens verschiedener Religionen und Kulturen in einer Stadt
April 2010Ostern - Aufstand zum Leben
Mai 2010Rohstoffpreise im Aufwind - Stahlstandorte im Absturz?
Juni 2010Ist Kunst Luxus ... in einer armen Stadt wie Duisburg?
Juli 2010Wie kommt das Berliner Sparpaket in Duisburg an?
August 2010Politik in der Krise. Duisburg nach der Loveparade


Thema: Wie geht es weiter mit Duisburg?                                              Ein Gespräch mit Alt-Oberbürgermeister Josef Krings


Thema: Politik in der Krise. Duisburg nach der Loveparade

Zum biblischen Impuls "Was hülfe es dem Menschen, wenn er die Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele?":hier


Thema: "ARGEs Ende - Neuanfang für Arbeitssuchende?" 

Karin Gerlich schilderte als Arbeitslosenberaterin ihre Erfahrungen mit der ARGE. Lother Wilhelms, Diakoniewerk Duisburg, nahm aus Sicht eines Trägers von Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekten Stellung. Josef Wörmann, Aufsichtsratsmitglied der ARGE Duisburg und sozialpolitischer Sprecher der CDU-Ratsfraktion, formulierte die kommunalpolitische Position. Die Teilnehmenden äußerten die Sorge, dass mit der Auflösung der ARGE Ende dieses Jahres auch die kommunalpolitische Gestaltung der Arbeitsmarktpolitik vor Ort nur noch sehr eingeschränkt wahrgenommen werden kann. Ortsnahe Strukturen der Beschäftigung und Qualifizierung sind bedroht, wenn die kommunale Selbstverwaltung zugunsten einer Bundesbehörde wie der Agentur für Arbeit beschnitten werden sollte.


Thema:
"Wo die anderen schöner shoppen..."
Beschäftigte bei Karstadt über ihre Ängste

Rita Rodenbücher, Betriebsratsvorsitzende bei Karstadt, und Wilfried Müller, Leitung der IG Metall-Vertrauensleute ThyssenKrupp Steel Hamborn/Beeckerwerth
Annegret Finke, Betriebsrat ThyssenKrupp Steel Hamborn/Beeckerwerth,  bei der biblischen Einführung in das Thema


Wilfried Müller gehört Vorbereitungskreis des Politischen Nachtgebets und der Evangelischen Bonhoeffer Gemeinde Marxloh-Obermarxloh an. Er ist Betriebsrat und Sprecher der IG Metall-Vertrauensleute bei ThyssenKrupp Steel Hamborn/Beeckerwerth.

Politisches Nachtgebet online: Du machst seit einigen Jahren im Vorbreitungskreis des Politischen Nachtgebets mit. Was ist dir dabei wichtig?

Müller: Viele nehmen heute alles als gegeben hin. Man sagt: "Das ist eben so." Es kommt aber darauf an, die gesellschaftlichen Verhältnisse mehr grundsätzlich zu hinterfragen. Das Politische Nachtgebet ist für Leute da, die mit dem, was ist, nicht einverstanden sind. Wir wollen eine andere Öffentlichkeit, die nicht von Medien wie der Bildzeitung beherrscht wird. Ich möchte auch eine Kirche, die sich nicht abschottet. Daher versuchen wir die gesellschaftspolitische Willensbildung mit dem Glauben zu verbinden. 

Politisches Nachtgebet online: Woran fehlt es heute?

Müller: Leider fehlt das politische Bewusstsein. Meistens reagiert man nur situationsbedingt, wenn man unmittelbar betroffen ist, wenn es um die eigene Arbeit oder das eigene Hab und Gut geht. Wir erleben, dass bei solchen Themen auch viele zum Nachtgebet kommen. Gleichzeitig erfahre ich, dass Demonstrationen und Proteste wie jetzt in Frankreich auf kein Interesse bei uns stoßen.

Politisches Nachtgebet online: Haben die Gewerkschaften auch Fehler gemacht?

Müller: Eine Gewerkschaft sollte lebendig sein. Sie lebt mit ihren Mitgliedern. Aber das heißt auch, dass man Gewerkschaft lebt und die Ziele verinnerlicht. Es geht dabei nicht nur um politische Willensbildung in Krisensituationen oder bei Tarifrunden. Statt nur Endergebnisse bekannt zu geben, brauchen wir eine lebendige Diskussion, an der sich möglichst alle beteiligen können.

Politisches Nachtgebet online: Und wie siehst du die Kirche?

Müller: In meiner Kindheit und Jugend habe ich die Kirche als Partner erlebt, die sich um die Leute gekümmert hat. Heute muss sich Kirche erneuern. Viele meiner Bekannten haben mit ihr nichts am Hut. Da ist es auch zu einem Bruch zwischen den Generationen gekommen. Deshalb kommt es darauf an, dass die Kirche lebendiger aufgestellt ist und die Menschen da mitnimmt, wo sie sind.

Politisches Nachtgebet online: Und die Zusammenarbeit zwischen Kirche und Gewerkschaft?

Müller: Die Kirche hat eine soziale Aufgabe. Sie hat sich einzumischen, wenn es in unserer Gesellschaft nicht klappt. Dadurch ergibt sich auch eine Nähe zu den Gewerkschaften. Eine Bündelung der Kräfte ist sinnvoll und notwendig, also sich zusammenzusetzen und gemeinsam zu diskutieren.

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Texte von Jürgen Köhnen
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